Grünes Licht für Tennisanlagenbau 1980

 Allgemeine Laaberzeitung  vom  20.05.80

Grünes Licht für Tennisanlagenbau

Langquaid. Im Hotel ,,Zur Post“ fand eine Mitgliederversammlung des Tennisclubs Langquaid statt. Vorstand Wildenauer konnte eine stattliche Anzahl von Mitgliedern und weiteren Interessenten begrüßen. Wildenauer erstattete einen ausführlichen Bericht über die bisher geleistete Aufbauarbeiten in dem jungen Verein.

Am 11. Oktober 1979 trafen sich hier 31 Personen und gründeten den Tennisclub Lang­quaid, dessen Mitgliederzahl inzwischen auf ca. 130 angewachsen ist. Seither gab es für die damals gebildete Vorstandschaft eine Menge von Aufgaben zu erledigen. Als erstes mussten die Grundstücksverhandlungen, die zum Teil schon vorher geführt wurden, abgeschlossen werden. Der Markt Langquaid erwarb vom Schulverband eine Teilfläche des Sportanlagengebietes zurück und stellte daraus dem Tennisclub eine genügend große Fläche pachtweise für 25 Jahre unentgeltlich zur Verfügung. Damit waren die Grundvoraussetzungen für das Entstehen der Tennisanlage beim neuen Sportplatz im Anschluss an den Schulsportallwetterplatz gegeben. Die Zufahrtsregelung — vor allem für die Bauarbeiten — konnte getroffen werden. Nun galt es, die Planungsunterlagen sowohl für den Bauantag als auch für den Förderungsan­trag nach dem Programm ,,Freizeit und Erholung“ zu erstellen. Hier leistete der Bauunternehmer, Ing. Anton Niedermeier, wertvolle Dienste. Aufgrund des von ihm erstellten Leistungsverzeichnisses wurden Angebote mehrerer Firmen eingeholt. Während das Baugenehmigungsverfahren bei der Marktgemeinde wie auch beim Landratsamt reibungslos ablief - der Genehmigungsbescheid lag bereits am 7. Januar vor —, gab es beim Förderungsantrag und beim Antrag auf vorzeitigen Baubeginn unerwartete Rückschläge. Entgegen früherer Auskünfte der maßgebenden Behörden traten zeitliche Verzögerungen in der Bearbeitung der Anträge und in der Bezuschussung des Bauvorhabens ein. Die Zuschussmittel in Höhe von 40 Prozent der Kosten werden aus haushaltsstrukturellen Gründen nicht 1980, sondern frühestens 1982 an den Verein ausgereicht. Nicht zuletzt die Verknappung der Staatsmittel und die gesteigerten Ansprüche an Umwelt-, Natur-, Lärm- und Immissionsschutz usw. führten dazudass die Fachbehörden einen wesentlich strengeren Maßstab beim Prüfungsverfahren anlegen, als das früher der Fall war. Aber diese Erschwernisse konnten dank der laufenden persönlichen Vorsprachen und Rückfragenerledigungen der Vorstandsmitglieder bei den jeweiligen Stellen, dem unbürokratischen Verhalten der zuständigen Beamten und nicht zuletzt der tatkräftigen Unterstützung durch MdL Dr. Merkl wettgemacht werden. Mitte Mai war es schließlich soweit, der vorzeitige Baubegipn wurde von der Regierung von Niederbayern zugelassen. Schon in den nächsten Tagen wird die Firma Anton Niedermeier mit der Ausführung der Erdarbeiten beginnen.

Es wird eine Tennisanlage mit vier Spielfeldern einschließlich Ballfanggitter, Zufahrt und Strom- und Wasseranschluss entstehen. Die ursprünglich veranschlagten Kosten von 300 000 DM wurden von der Regierung von Niederbayern nicht anerkannt. Es wurde vor allem die Stärke des Unterbaues und der teuere Belag aus rheinischer Schlacke beanstandet. Statt dessen

 

wird nun Ziegelsplittgemisch verwendet, womit eine Einsparung von ca. 60 000 DM erreicht wird. Ausserdem kann auf den Abtransport des Erdaushubs verzichtet werden, da der Markt dieses Material ohnehin für Auffüllarbeiten am unmittelbar angrenzenden Bolzplatz benötigt. Die Mittel dafür standen bisher mit 30 000 DM zu Buche. Nach weiteren kleineren Abstrichen beläuft sich der Kostenanschlag nunmehr auf knapp 200000 DM. Die Finanzierung sieht wie folgt aus: Eigenmittel 30 000 DM, Eigenleistung 30 000 DM, Spenden 32 000 DM, Kredite 25 000 DM, Zuschuss aus dem Programm ,,Freizeit und Erholung“ 80 000 DM, Zuschuss BLSV 1000 DM. Verschiedene (Sach-)Spenden sind bereits geleistet worden oder sind fest zugesagt. Hier darf erwähnt werden, dass der Markt das Material für die Strom- und Wasserversorgung unentgeltlich zur Verfügung stellt. Wildenauer appellierte in diesem Zusammenhang an sämtliche Vereinsmitglieder, sich möglichst aktiv an den Bauarbeiten zu beteiligen. Eine hohe Eigenleistung sei — schon wegen der finanziellen Belastung des Vereins — unerlässlich. Auch nur dadurch könne das gesteckte Ziel, noch im Sommer den Spielbetrieb aufzunehmen, erreicht werden. Der Vereinsausschuss habe als kleinen Anreiz beschlossen, die erbrachte Eigenleistung der jeweiligen Mitglieder auf deren Jahresbeitrag anzurechnen, sobald die finanzielle Lage des Vereins dies zulasse. Zu den jeweiligen Arbeitseinsätzen werde zunächst mittels der Lokalzeitung aufgerufen.

Neben dem vorrangigen Ziel, die Tennisplätze möglichst frühzeitig zu erstellen, wurden von der Vereinsführung aber auch weitere Dinge erledigt. Es wurde u. a. die Eintragung in das Vereinsregister sowie die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beantragt. Beides ist zwischenzeitlich erfolgt. Der Verein führt nunmehr den Namen ,,Tennisclub Langquaid e. V.“; Spenden, die ebenso erwünscht wie benötigt werden, können somit steuerlich abgesetzt werden.Nachdem der Schulverband auf einen entsprechenden Antrag des TC hin die Benützung der Schulturnhalle und des Hartplatzes gestattet hat, können interessierte Mitglieder bereits Tennis spielen.

Da die meisten Mitglieder jedoch Anfänger sind und auch noch keinerlei Ausrüstung besitzen, hatte die Vereinsführung das Sporthaus Weigl aus Kelheim zur Versammlung eingeladen. Der Mitinhaber der Firma, Herr Tretter und einige seiner Mitarbeiter gaben völlig unverbindlich einen Überblick über die verschiedensten Tennisschläger und erläuterten in hervorragender fachlicher Weise deren Eigenschaften. Anschließend wurde Damen-und Herren-Tennisbekleidung in einer netten Modenschau vorgeführt.

Die Vereinsführung kann den Mitgliedern auch Trainingsmöglichkeiten anbieten. Ein Zeitplan für die Benützung der Schulturnhalle   ist vorhanden, Tennislehrer können vermitteltwerden. Wegen der Anschaffung von Tennisartikeln und dem Tennistraining möchten sich interessierte Vereinsmitglieder an die Vorstandschaft wenden.

Mit diesen durchwegs positiven Ergebnissen und einem optimistischen Blick in die Zukunft konnte der Sprecher die Mitgliederversammlung  beschließen.